Atina gUG
Die Lebensschule der Atina gUG zeigt, wie Menschen mit Sehbeeinträchtigung Fähigkeiten zurückgewinnen, die ihnen ein sicheres, selbstbestimmtes und sozial eingebundenes Leben ermöglichen.



Projektbeschreibung
Für viele sehbehinderte Menschen beginnt der Verlust der Sehfähigkeit nicht mit einem Schlag, sondern schleichend. Makuladegeneration, Glaukom oder diabetische Retinopathie verändern den Alltag Stück für Stück. Orientierung wird zur Unsicherheit, Selbstständigkeit wird zum täglichen Kampf, Kochen wird zur Herausforderung. Oft kommt noch etwas hinzu, das viel schwerer wiegt: Rückzug, Isolation und das Gefühl, anderen zur Last zu fallen.
Genau aus diesem Grund hat die gemeinnützige Organisation Atina gUG das Projekt „Lebensschule – Lebenspraktischer Treff“ zum Leben erweckt. Es wurden zwei barrierearme Lern‑ und Begegnungsräume geschaffen - im Familiencafé Zwerg und im Koch‑ und Schulungszentrum in der Wuhlestraße. Orte, an denen Menschen mit Sehbeeinträchtigung nicht funktionieren müssen, sondern in ihrem eigenen Tempo lernen dürfen.
Hier wird gemeinsam gekocht, geschnippelt, sortiert und probiert. Es entstehen sichere Handlungsabläufe, die Unfälle vermeiden können. Es wächst die Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden, die ähnliche Erfahrungen teilen und sich gegenseitig stärken.
Viele der Teilnehmende standen am Anfang in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess: vertraute Abläufe funktionierten nicht mehr, Angehörige waren überfordert, der Alltag fühlte sich plötzlich fremd an. Die Lebensschule zeigt auf, dass Selbstständigkeit nicht verloren gehen muss, sondern neu gelernt werden kann.